Konzert für den Frieden

„Und Friede den Menschen auf Erden.“ Die frohe Botschaft des Engels an die Hirten in der heiligen Nacht hatte sich die Fachschaft Musik des St.-Ursula-Gymnasiums zum Leitmotiv für das traditionelle Advents- und Weihnachtskonzert in der Erlöserkirche gewählt. Demgemäß griffen viele der dargebotenen Lieder und Instrumentalstücke das Thema „Frieden“ auf und ihre Herkunft aus fünf verschiedenen Ländern wurde zum hörbaren Zeichen der Völkerverständigung.

Mit dem hebräischen Lied „Hashivenu“ stimmte das Vokalpraktikum der Jgst. Q1 und Q2 unter der Leitung von Christoph Schulte die zahlreichen Gäste in den Abend ein. Es folgte das Duett „The time of snow“, das eindrucksvoll von Sofia Isphording und Sophia Weber interpretiert wurde. Ebenso überzeugte auch Keara Stauss mit dem Gospel „Jesus, oh what a wonderful child“. Das Vokalpraktikum erzählte die Geschichte vom Kindermord zu Bethlehem in „The Coventry Carol“. Der Ort Coventry in England ist u.a. dadurch bekannt geworden, dass trotz der Zerstörung der Pfarrkirche durch einen deutschen Luftangriff 1940 der damalige Domdekan in den Ruinen die Weihnachtsmesse las und zur Versöhnung und der Verbannung von Hass- und Rachegedanken aufrief. 1959 ging Coventry eine Städtepartnerschaft mit Dresden ein, das noch im Februar 1945 durch einen englischen Luftangriff zerstört wurde. Feleknaz Aldadak bescherte den Zuhörern einen emotionalen Höhepunkt mit ihrer einfühlsamen Darbietung des Liedes „Das bin ich“ aus dem Musical „Die Päpstin“, das im Januar am St.-Ursula-Gymnasium aufgeführt wird.

Auch der Unterstufenchor der Jgst. 5 und 6 unter der Leitung von Katharina Ruhrmann zeigte sich sehr sangesfreudig. Nach dem Lied „Das Wunder geschieht“ besangen die Kinder ausgestattet mit Wollmütze, Schal und Handschuhen die „Winterzeit“. Dabei erhielten sie Unterstützung vom Chor des Kollegiums, ebenfalls unter Leitung von Katharina Ruhrmann, der mit der Darbietung des deutschen Liedes „Alle Jahre wieder“ eine besondere Weihnachtsstimmung aufkommen ließ.

Die Instrumentalstücke gestalteten sich ebenso bemerkenswertabwechslungsreich. Schwungvoll präsentierte Solistin Adelina Kühl am Saxophon die „Säxische Weihnacht“. Eher besinnlich war dagegen das traditionelle norwegische Weihnachtslied „Juleverset“ des Ensembles aus Hannah Behlau und Lea Dolligkeit an der Querflöte und Lea Wiethoff an der Violine. Einen Ausflug in die Popmusik unternahm die Band unter Leitung von Katharina Ruhrmann mit den Stücken „Halleluja“ von Leonard Cohen und „Unconditionally“ von Katy Perry.

Mit dem Stück „Prayer of St. Francis“, dem Gebet des Heiligen Franziskus von Assisi mit den Worten „Herr, mach mich zum Werkzeug Deines Friedens“, leitete das Vokalpraktikum der Jgst. Q2 zu einer Meditation über. Im Jahr 1219, während des fünften Kreuzzugs, hatte Franziskus eine Begegnung mit dem muslimischen Sultan. Welche Gedanken ihn angesichts der Schrecken des Krieges dazu bewegt haben mögen, hat Sebastian Springob in seiner Meditation zusammengefasst. Auch in unseren unruhigen Zeiten sei jeder Einzelne dazu aufgefordert, wie Franziskus als ein „Werkzeug des Friedens“ zu wirken.

Sehr emotional schloss sich daran das Vokalpraktikum der Jgst. Q1 und Q2 mit dem ursprünglich französischen Lied „O holy night“ an. Nach dem Segen durch den evangelischen Schulseelsorger Wolfgang Dröpper zeigten die Sängerinnen und Sänger sich noch einmal stimmgewaltig mit dem Stück „Ihr Mächtigen, ich will nicht singen (Jerusalem of Gold)“ und schlugen damit eine Bogen zurück zum hebräischen Eingangslied.

Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Zuhörer bei allen Mitwirkenden. Der Spendenerlös des Abends kommt dem Jüdischen Zentrum in Auschwitz zugute, das sich besonders für die friedliche Koexistenz der Religionen einsetzt.

Doris Kennemann

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