40 Jahre gelebte Freundschaft

(v.l.) Schulleiter Markus Ratajski, die Organisatorinnen Marie Bernadette Banquet, Magdalene Ahlbäumer-Bitter, Katharina Niggemeier, Evelyne Meunier und Schulleiterin Christiane Eickhoff.

Seit 40 Jahren pflegen die St.-Ursula-Schulen Attendorn und das Collège Champagnat im südfranzösischen L’ Arbresle die deutsch-französische Freundschaft durch einen Schüleraustausch. Inzwischen haben rund 1000 Schüler als „Botschafter ehrenhalber“ einen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet. Dieses bemerkenswerte Jubiläum wurde im Beisein der diesjährigen Teilnehmer des Austausches und zahlreicher Gäste in einem kleinen Festakt gewürdigt.

Nach einem Wortgottesdienst unter dem Thema „Freundschaft“ fanden die Feierlichkeiten in der Aula der Schulen statt. Musikalisch wurden diese vom Schulorchester der Realschule, von Verena Müller am Saxophon und dem Chor der Fachschaften Französisch begleitet. Auf die bekannte Melodie von „Aux Champs-Elysées“ trug der Chor ein Lied selbst getextetes Lied auf „L‘ Arbresle – Attendorn“ vor.

Christiane Eickhoff, Schulleiterin der Realschule, dankte den Organisatoren auf deutscher und französischer Seite dafür, dass sie den Austausch jedes Jahr neu mit Leben füllen und den Schülern Werte vermitteln, die nicht selbstverständlich seien. Ein weiterer Dank galt den Eltern dafür, dass sie durch ihre Gastfreundschaft den Aufenthalt in Attendorn für die französischen Schüler zu einem schönen Erlebnis mit Spaß und Freude machen. Eine Erfahrung, die ihr selber als Gastmutter auch in bester Erinnerung geblieben sei.

Im Zentrum des Geschehens stand zu Recht die Mitbegründerin des Austausches auf französischer Seite, Madame Evelyne Meunier. Auch über ihre Pensionierung vor zwei Jahren hinaus begleitet sie, inzwischen gemeinsam mit Marie Bernadette Banquet, von Beginn an die Gastschüler aus L’ Arbresle. Dass diese Begegnung ihr ein ganz persönliches Anliegen ist, schilderte sie sichtlich bewegt in wenigen Worten: „Mein Großvater und mein Vater standen in den Weltkriegen den Deutschen als Feinde gegenüber. Nach ihrer Rückkehr sagten sie: Das muss aufhören, wir müssen uns kennen lernen. Wir sind geographisch so nah und doch so weit entfernt.“

Bürgermeister Christian Pospischil überbrachte die Glückwünsche von Rat und Verwaltung der Stadt. Die Initiierung des Austausches sei ein weitsichtiger und richtiger Schritt gewesen, der sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt habe. Bei den Schülern werde durch die Begegnung eine Begeisterung für ein Europa der offenen Grenzen geweckt, die ihnen hoffentlich auch die Bedeutung der bevorstehenden Europawahl deutlich mache. Mit Blick auf Madame Meunier, die wohl jeden Stalagmiten und Stalaktiten in der Atta-Höhle mit Namen kenne, meinte der Bürgermeister, dass er sie jederzeit als Stadtführerin einstellen könne. Zum Dank überraschte er sie mit einem Wellness-Wochenende auf der Burg Schnellenberg. Als „Gegenleistung“ erbat er sich ihre Unterschrift und zwar im Goldenen Buch der Stadt Attendorn.

Nach einem Grußwort des Deutsch-Französischen Jugendwerkes zählten die Gäste aus L‘ Arbresle auf, was ihnen in Attendorn besonders gut gefällt. Neben den netten Gastfamilien und den schönen Schulen stand dabei das deutsche Essen ganz oben auf ihrer Liste. Die Fachvorsitzenden Uta Hähner und Magdalene Ahlbäumer-Bitter beendeten den Festakt humorvoll mit Anekdoten aus 40 Jahren unter der Frage „Wussten Sie schon, …?“, bevor sie zum gemütlichen Beisammensein einluden.

Doris Kennemann

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