St.-Ursula auf den Spuren des Neanderthalers

Bild (4)Am 15.01.2014 und am 16.01.2014 besuchten wir, die Biologie-Grundkurse und der Biologie-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 (Q2), jeweils am Nachmittag das Neanderthal Museum in Mettmann, um mehr über die Neanderthaler und über die aktuellen Erkenntnisse zur Evolution des Menschen zu erfahren.

Die Fachführungen im Museum begannen mit dem berühmten Neanderthaler-Fund aus dem Jahr 1856, einem fast vollständig erhaltenen Skelett eines 40- bis 50-jährigen Mannes, der vor 42.000 bis 40.000 Jahren hier gelebt hat. An rieselnden Sandkörnern wurde uns dann sehr anschaulich die zeitliche Dimension der Menschheitsentwicklung demonstriert. Über unsere Ahnenreihe, naturgetreue und lebensechte Nachbildungen einzelner Vertreter der Gattung Homo, gelangten wir zum fossilen Abguss des Turkana-Boys, an dessen Skelett uns die durch den aufrechten Gang bedingten Veränderungen erklärt wurden. Dabei wurden wir recht wohlwollend von einem auf den ersten Blick sehr lebendig erscheinenden Herrn im grauen Anzug beobachtet, der sich auf den zweiten Blick allerdings als modern gekleideter Neanderthaler entpuppte, eine gelungene Methode, um die Ähnlichkeit zwischen den Neanderthalern und uns Jetztmenschen zu demonstrieren. Die Vorstellung des Stammbaums der Menschheit machte uns deutlich, dass die Evolution des Menschen nicht geradlinig verlief, sondern aus einem „Zickzackkurs“ von Entwicklungslinien besteht. Weitere Themenbereiche, die uns an entsprechenden Exponaten erläutert wurden, waren die Sprach- und Gehirnentwicklung der Neanderthaler und ihre Werkzeugtechnologien. Die Frage ihres Verschwindens vor ca. 30.000 Jahren wurde anhand verschiedener Hypothesen diskutiert. Nach neuesten Untersuchungen tragen wir Jetztmenschen mit Ausnahme der Schwarzafrikaner 1 – 4% Neanderthaler-Gene in uns. Sie sind also nicht vollständig verschwunden.

Wir vom Leistungskurs besuchten anschließend die Steinzeitwerkstatt des Museums, wo wir selbst tätig werden konnten: Wir untersuchten naturgetreue und handwerklich aufwändig hergestellten Abgüsse fossiler Schädel, die wir nur mit Handschuhen anfassen durften, und erarbeiteten uns die Tendenzen der Menschheitsentwicklung. Unterstützt wurden wir dabei von Herrn Hildebrandt, einem studierten Archäologen, der uns professionell und äußerst engagiert die Kriterien zur Einordnung dieser Schädel erläuterte.

Trotz der späten Rückkehr und somit eines langen Unterrichtstages waren wir und auch die uns begleitenden Lehrkräfte sich einig:

Es hat sich gelohnt!

Das Neanderthal Museum wurde im Oktober 1996 eingeweiht. Durch Inszenierun-gen, künstlerische Installationen und dramaturgisch aufgearbeitete Hörerlebnisse vermittelt es auf eine ganz neue, sehr ansprechende Art und Weise nicht nur Wissen,
sondern regt die Besucher zum Nachdenken und Verweilen an. Die Ausstellung begeistert ein breites Publikum für das Thema der Humanevolution und übt eine große Faszination aus.

Wir danken dem Förderverein unserer Schule für die finanzielle Unterstützung dieses außerschulischen Unterrichtsangebotes.

 

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