Das Phänomen Heino: Vom Schlagerstar zum Rock-Opa

Heino mit den Zeus-Reportern Nico Hesener (links) und Noah Wolfsdorf (rechts)

Heino mit den Zeus-Reportern Nico Hesener (links) und Noah Wolfsdorf (rechts). Foto: Hesener

Heinz Georg Kramm, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Heino und inzwischen 76 Jahre alt, geht wieder auf Tournee. Unter dem Titel „Schwarz blüht der Enzian – 50 Jahre Heino“ rockt der Musiker die Bühnen von München bis Berlin, aber auch im sauerländischen Attendorn. Nico Hesener und Noah Wolfsdorf aus der Kl. 8a nutzten eine Pressekonferenz, um den bisherigen Schlagerstar und jetzigen „Neu-Rocker“ für das Projekt „Zeus“ (Zeitung und Schule) zu interviewen.

Äußerlich unterscheidet den „neuen“ Heino wenig vom „alten“: Die strohblonden Haare und die schwarze Sonnenbrille sind geblieben; lediglich die Oberbekleidung ist etwas dunkler geworden. Musiker habe er schon immer werden wollen, erklärt er uns. Er lernte in jungen Jahren auf Wunsch seiner Mutter allerdings zunächst Bäcker und Konditor und machte nur hobbymäßig Musik. Schließlich sei er jedoch von Ralf Bendix entdeckt worden. Der Rest ist bekannt: Über Jahrzehnte feierte er große Erfolge als Schlagersänger und Interpret volkstümlicher Musik. Ein musikalisches Vorbild habe er freilich nie gehabt; er sei immer seinen eigenen Weg gegangen.

Dass er 2013 plötzlich seinen Musikstil geändert habe und zum Rockstar geworden sei, indem er Hits diverser Rock- und Pop-Musiker coverte, habe – so der Sänger – viele überrascht. Bis auf Rammstein hätten die ursprünglichen Interpreten zum Teil sehr verärgert reagiert, was ihn allerdings kalt lasse. Durch den Wechsel seines Musikstils wolle er das jüngere Publikum für sich gewinnen.

Dieser Plan ging bisher offenbar auf. Heino trat beim legendären Heavy-Metal-Festival in Wacken auf und wurde Mitglied der Jury bei DSDS. Natürlich wollen wir wissen, wie er Dieter Bohlen findet. Wenig überraschend outet sich Heino als Bohlen-Fan. Der „Pop-Titan“ habe viel Ahnung von Musik. Ob er selbst – Heino – sich als Kandidat einer solchen Casting-Show heutzutage Siegeschancen ausrechnen könne, fragen wir weiter. Hier wird der Sänger nachdenklich. Er selbst habe mit seiner tiefen Stimme vermutlich keine Erfolgschancen bei einem derartigen Wettbewerb, gibt er dann zu. Heute seien hohe Stimmen angesagt. Eine Ausnahme im aktuellen Musikgeschäft bilde da nur der „Graf“ von „Unheilig“.

Ans Aufhören denkt Heino noch lange nicht. Obwohl andere in seinem Alter schon in Rente gegangen sind, will er noch weitere Lieder covern und damit die Interpreten „ärgern“. Auf die Frage, welche seiner Einspielungen in seiner langen Karriere er bevorzuge, erklärt der Künstler, er selbst habe keinen Lieblingssong, doch sei „Blau blüht der Enzian“ sicherlich das populärste seiner Lieder.

Auch die aktuelle Migrationsproblematik ist Thema unseres Interviews. Hier zeigt Heino großes Verständnis für die zahlreichen Flüchtlinge, die derzeit nach Deutschland kommen. Auch er sei nach dem 2. Weltkrieg aus seiner Heimat vertrieben worden.

Als emotionalsten Moment in seinem Leben beschreibt der Sänger das Kennenlernen seiner Ehefrau Hannelore. Auf Nachfrage berichtet er, dass er rückblickend nichts an seinem Leben verändern würde.

Nach diesen nachdenklichen Zwischentönen kehrt Heino dann jedoch ins Tagesgeschäft zurück. Er freue sich bereits auf seine Tournee, auf der er es „richtig rocken“ lassen wolle. Zum Abschluss erhalten wir ein Buch mit seiner Autobiografie und Autogrammkarten.

Nico Hesener, Noah Wolfsdorf

 

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