11.07.2025

Auf den Spuren deutscher Geschichte in Weimar

Neun Schülerinnen und Schüler aus der Jgst. 10 besuchten mit der Akademie Biggesee historische Stätten in und um Weimar.

Vom 4. bis zum 9. Juli nahmen neun Schülerinnen und Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums an einer Fahrt nach Weimar, einem Angebot der Akademie Biggesee, teil. Da wir insgesamt 21 Teilnehmende von unterschiedlichen Schulen waren, begann unsere Reise am Samstag in der Akademie in Neu-Listernohl mit einer inhaltlichen Einführung sowie einigen Kennenlernspielen. Dort lernten wir Leander Vierschilling, einen ehemaligen Geschichtslehrer, und Ines Gerke-Weipert, unsere sympathische und entspannte Seminarleiterin, kennen. Sie sorgten dafür, dass wir nach einem ausgiebigen Frühstück in der Akademie die Reise zur Europäischen Jugend- und Begegnungsstätte Weimar (EJBW) antreten konnten.
Sonntag ging es los mit unserem Busfahrer Felix, der uns nach einer lustigen und unterhaltsamen Einführung zur Fahrt begleitet hat. Insgesamt dauerte die Fahrt vier Stunden.

Stadt Goethes und Schillers

Nach unserer Ankunft in Weimar erhielten wir von Leander eine schöne und inhaltlich wertvolle Führung durch die Stadt. Dabei lernten wir viel über die Zeit der Klassik, insbesondere über Goethe. Danach hatten wir in der Stadt Zeit zur freien Verfügung und am Abend gab es in der EJBW ein leckeres und nahrhaftes Abendessen. Der Montag begann mit einem Besuch des Hauses der Weimarer Republik. Darauf folgte eine weitere Stadtführung mit dem Schwerpunkt Weimar zur Zeit des Nationalsozialismus. Nachdem wir den Beginn des Nachmittags zur freien Verfügung gestellt bekommen hatten, beschäftigten wir uns mit dem Konzentrationslager Buchenwald im Theorieunterricht.

In der Gedenkstätte Buchenwald

Am Dienstag erreichte die Reise mit dem Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald den Höhepunkt. Leanders Führung gab uns einen tiefen Einblick in das widersprüchliche Menschenbild der Nationalsozialisten. Das Krematorium des Lagers, das eine Vorlage für Auschwitz-Birkenau war, empfanden viele als den schrecklichsten Ort. Die angeschlossene Pathologie, wo aus den Leichen der Häftlinge durch den Verkauf ihrer Organe Profit geschlagen wurde, war ebenfalls erschreckend. Auch von den Taten einiger berüchtigter Persönlichkeiten des Lagers, z.B. Hans Stark und Martin Sommer, zwei „SS-Monstern“ , oder von Ilse Koch, der Frau des Kommandanten, berichtete Leander. Diese ließ aus der Haut einiger Häftlinge Lampenschirme herstellen. Da waren wir zutiefst verstört.

Gründungsmythos der DDR

Gleich danach bekamen wir einen Einblick in den Gründungsmythos der DDR. Diese schrieb zur Rechtfertigung ihrer Gründung die Geschichte des Konzentrationslagers um. So sei das Lager angeblich nicht von der dritten amerikanischen Armee, sondern von den inhaftierten Kommunisten und Sozialisten befreit worden. Leander berichtete, dass die DDR-Führung versuchte, die Juden, Sinti und Roma und andere inhaftierte Personengruppen aus der Geschichte auszulöschen. Viele von uns waren schockiert, dass man so weit ging und bereit war, das Leid so vieler Menschen unter den Teppich zu kehren.
Am Mittwoch war schon die Abreise angesagt. Jedoch hatten unsere Seminarleiter vorher noch andere Programmpunkte geplant. Dazu zählten der Besuch der Installation „Konzert für Buchenwald“, die Seminarauswertung und der Besuch der „Anna-Amalia Bibliothek“. Kurz nach dem Mittagessen hieß es dann Abschied nehmen von unserer schönen Unterkunft und der geschichtlichen Fachkraft Leander.

Nayeli Oschinski (9a), Felix Freing, Lukas Heitmann (10b), Jana Pastuch, Antonia Schulte, Alina Wdzieczny (10c)