Persönliche Dankesworte zur Verabschiedung

Ich rede eigentlich nicht gerne über mich selbst – aber am 24.06.2022 war nach 36 Jahren mein letzter offizieller Schultag als Lehrer an meiner Schule, dem St.-Ursula-Gymnasium in Attendorn.
(Ich werde zwar im neuen Schuljahr den Literaturkurs noch mit einigen Stunden weiterführen, aber trotzdem beginnt für mich nunmehr ein neuer Lebensabschnitt.)

Wir haben meine Verabschiedung mit einem Gottesdienst in der Schulkapelle begonnen, was mir als Ev. Schulseelsorger über viele Jahrzehnte besonders wichtig war. Im Mittelpunkt standen einige Gedanken in Anlehnung an Hesses Gedicht „Stufen“ und besonders bewegend fand ich den persönlichen Segenszuspruch durch den Kath. Schulseelsorger meiner Schule Fr. Sebastian Springob I.V. Dei.

Bei der Feierstunde im Foyer unserer Schule haben mich die lobenden, respektierenden und wertschätzenden Worte der Rednerinnen und Redner sehr berührt, die Worte unseres Schulleiters, die Worte meiner Fachkonferenzvorsitzenden, des Lehrerrates, des StuBo-Teams und von der AG Schulpastoral.
(Und was für mich eine positive Tradition unserer Schule zeigt: einige der Laudatoren waren ehemalige Schülerinnen und Schüler von mir oder Mitglieder von Jahrgangsstufen, in denen ich Stufenleiter war oder waren bei mir Referendare/Referendarinnen) – eine wirklich lange Zeit an St.-Ursula geht für mich – fast – zu Ende!)

IMG 20220624 WA0017Auf dem Dach unserer Schule steht ein geschichtsträchtiger Posaunenengel. Traditionell bekommen Kolleginnen und Kollegen, die in den Ruhestand treten, eine künstlerisch gestaltete Darstellung dieses Engels vom „Heiligen Berg“ durch den Schulleiter überreicht. Er wird bei mir einen Platz im Treppenhaus finden, damit ich täglich an den damit verbundenen Segenswunsch aus Psalm 91,11 erinnert werde, auf dessen Gültigkeit für mich ich auch weiterhin vertrauen kann: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßen mögest“.

Und ich habe gemerkt, dass es ist gar nicht so einfach ist, im Mittelpunkt so vieler lobender, respektvoller und wertschätzender Worte zu stehen. Ich freue mich auch über den Ideenreichtum, den die Kolleginnen und Kollegen gezeigt haben bei den überlegten Geschenkideen zu meiner Verabschiedung – Lesen wird mir aufgegeben und Essen – angesichts einiger Gutscheine für die Attendorner Gastronomie.

Alle, die nicht aus Attendorn kommen und das „Bäumchensetzen“ – eine Tradition jedes Abiturjahrgangs – und der Abiturjahrgang 2022 war die Stufe einer Kollegin und eben auch meine letzte Stufe seit Beginn meiner Stufenleitertätigkeit seit 1992 – nicht kennen – werden vielleicht gleich einige Fragezeichen vor sich haben.

IMG 20220624 WA0010Überraschend kam für mich denn dann auch mein „Setzer-Einsatz“ (hier war ich – glaube ich – auch nicht wirklich professionell, aber es war auch der erste Baum, zu dem ich den ersten Spatenstich ausgeführt habe) … den Plan einer Streuobstwiese auf unserem Schulgelände finde ich aber sehr gut, darum finde ich die Idee, dass alle Pensionäre in Zukunft „ihren“ eigenen Baum setzen werden, gut und freue mich, hierbei der erste „Bäumchensetzer“ gewesen zu sein.
Und das möglicherweise in der Tradition des Reformators Martin Luther. „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll er einst gesagt haben.

Mein Verabschiedungstag klang dann mit dem Abiball meiner Jahrgangsstufe in der Schützenhalle in Helden aus.

Was für ein Tag! Was für Erinnerungen an 36 Jahre Schuldienst an St.-Ursula!

Ich werde dieser – meiner Schule – immer verbunden bleiben!

Ich wünsche der ganzen Schulgemeinde, den Schülerinnen und Schülern, den Kolleginnen und Kollegen, den Mitarbeitenden und allen Ehemaligen alles Gute und Gottes Segen an jedem neuen Tag!

Herzliche Grüße

Wolfgang Dröpper

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