Allgemeine Gedanken zur gymnasialen Bildung

 

Das Gymnasium führt die Schülerinnen und Schüler zu einer breiten und vertieften
Allgemeinbildung. Es hat insbesondere
die Aufgabe, Schülerinnen und Schülern mit entsprechenden Begabungen und Berufsabsichten die allgemeine Studierfähigkeit
zu vermitteln. Neben dem Wissens- und Methodenerwerb sollen die Schülerinnen und Schüler befähigt werden, eigenständiges Denken, Urteilsfähigkeit, die Entfaltung des Gemüts, die Befähigung zu sozialer Verantwortung und Gewissensbildung
zu entwickeln. Neben einer allgemeinen
Studierfähigkeit werden so auch Voraussetzungen für die Ausbildung in anderen
Berufen und verantwortungsvollen Positionen geschaffen. In Wirtschaft, Verwaltung,
Industrie und im kaufmännischen Bereich bietet das Abitur mit seiner soliden Allgemeinbildung sehr gute Einstiegsmöglichkeiten.
Der gymnasiale Bildungsgang bietet die folgenden Abschlüsse und Berechtigungen
an:

 

• Allgemeine Hochschulreife am Ende der Jahrgangsstufe 12
• Fachhochschulreife in Verbindung mit einem 1-jährigen Berufspraktikum
• Mittlerer Schulabschluss am Ende der Jahrgangsstufe 10

Die Aufnahme in die Klasse 5

 

Die erste Bedingung ist das positive Gutachten der Grundschule, das eine Empfehlung für den Besuch eines Gymnasiums, zumindest aber für eine Realschule ausweisen sollte.
Die zweite Bedingung betrifft die Leistungsfähigkeit des Kindes, die dem Anspruch eines Gymnasiums gerecht werden soll. Das Zeugnis sollte insbesondere gute, mindestens aber befriedigende Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachkunde aufweisen. Besondere individuelle
Rahmenbedingungen und Gegebenheiten sind zu beachten.
Für Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums besonders wichtige Begabungen
und Einstellungen sind Neugierde und Aufgeschlossenheit für theoretische und abstrakte Zusammenhänge, Freude am Beobachten, Experimentieren und Ordnen, am Finden von Ursachen, Regeln, Lösungen und Gesetzmäßigkeiten. Hierher gehören auch die Bereitschaft, über längere Zeit hinweg an einem Problem zu verweilen, gemeinsam mit anderen an Aufgaben zu arbeiten, ein überdurchschnittliches Maß an Konzentrationsfähigkeit, geistiger Belastbarkeit
und Denkfähigkeit sowie auch Aufgeschlossenheit für alles Musische und Künstlerische.
Es ist allgemein bekannt, dass das familiäre Lernumfeld und die elterliche Unterstützung gerade in den frühen Kindesjahren von prägender Bedeutung sind. Eltern sollten gleichfalls Interesse an der schulischen Entwicklung ihres Kindes zeigen. Eine Atmosphäre der häuslichen Geborgenheit und elterliche Hilfe geben zusätzliche Sicherheit, vor allem, wenn Fahrschüler erst sehr spät nach Hause kommen.

Die Erprobungsstufe am St.-Ursula-Gymnasium

 

Mit dem Besuch des Gymnasiums kommen neuartige Situationen auf unsere Sextaner zu: unbekannte Klassen- und Fachlehrer, Fachlehrerprinzip, längere Schulwege, Busfahrt, neue Klassenkameraden.
Das Kollegium des St.-Ursula-Gymnasiums bemüht sich, durch unterschiedliche
Maßnahmen und Hilfestellungen den Übergang möglichst reibungslos vonstatten
gehen zu lassen. In den Leistungsanforderungen holen wir die Schüler dort ab, „wo sie stehen“. Unsere Schule hält durch regelmäßige Hospitationen enge Kontakte zu den Grundschulen des Einzugsbereichs: Gegen Ende der Klasse 4 besuchen die zukünftigen Klassenlehrer/-innen der kommenden Sexten die abgebenden Grundschulen. Der Gegenbesuch erfolgt im ersten Halbjahr der Jgst. 5. Zusätzlich nehmen die Grundschullehrer/-innen an der Erprobungsstufenkonferenz teil, in denen über die Fortschritte ihrer „alten“ Schüler und Schülerinnen beraten wird. Das macht eine kontinuierliche, intensive und aussagekräftige Beratung der Eltern über die Laufbahn bzw. über einen notwendig werdenden Schulformwechsel möglich. Damit wird dem besonderen Anliegen der sog. „Erprobungsstufe“ (Klassen 5/6) Rechnung getragen, indem die Heranführung der ehemaligen Grundschüler an die gymnasialen Lehr- und Lernmethoden und Unterrichtsinhalte in enger Abstimmung mit Elternhaus, abgebender Grundschule und den neuen Fachlehrern geschieht.
Die Zielvorstellungen des zweistündigen Orientierungsstufen-Konzepts korrespondieren mit den spezifischen Problemen der Erprobungsstufe als „Übergangsstufe“ in den Sekundarbereich. Es sind Probleme, die aus Unsicherheit an sozialer Orientierung, aus veränderten Lehr- und Lernformen und aus Verhaltens- und Leistungserwartungen resultieren.
Im Bereich sozialer Orientierung sollen daher Integrations- und Kommunikationsfähigkeit ebenso gefördert werden wie die Kritik- und Konfliktfähigkeit. Freiräume für kreative Entfaltung und das punktuelle Aufgreifen außerunterrichtlicher Interessen und Neigungen fördern die personale Orientierung und kompensieren eine mit dem Neuanfang verbundene Unsicherheit.
Die methodisch-organisatorische Orientierung führt zu größerer Eigenständigkeit und Handlungskompetenz, die im Unterricht in offenen Phasen genutzt werden kann. Hierbei bietet sich auch die Chance einer stärkeren Individualisierung. Somit kann auch die Vielschichtigkeit des ganzheitlichen Bildungsbegriffes stärker berücksichtigt werden, der sich nicht nur auf inhaltlich-fachliche Aspekte bezieht, sondern methodisch-analytische, sozial-kommunikative und affektive Bereiche einschließt.
Zum Schuljahresende findet ein Kennenlernnachmittag statt. Alle angemeldeten
Schüler und Schülerinnen werden dazu in einem persönlichen Anschreiben von ihrem zukünftigen Klassenlehrer eingeladen.
In lockerer Atmosphäre können Eltern und kommende Sextaner die Klassenlehrer und Fachlehrer kennen lernen, erste Kontakte untereinander knüpfen, Schule und Gebäude erkunden und selbstverständlich notwendige Informationen erhalten.
Auch der Schuljahresbeginn steht vor allem unter den Anforderungen einer allmählichen Integration der „Neuen“. Das Gewicht des bevorstehenden Lebensabschnittes für die Kinder versuchen wir dadurch deutlich zu machen, dass ein eigener Schuljahresbeginn für die Sextaner gewählt wird. In der Regel ist das der Dienstag, an dem die Schüler und Schülerinnen mit einem Gottesdienst in die Schulgemeinde aufgenommen werden. Mütter, die die Cafeteria betreuen, Mitglieder der Schulpflegschaft und ein Vertreter des Fördervereins stellen ihre Arbeit in der Schule vor und laden die Eltern zur Mitarbeit ein.
An den beiden ersten regulären Schultagen übernimmt der Klassenlehrer den Unter-richt und trägt Sorge dafür, dass die „Neuen“ sich in den Ablauf des Unterrichtsmorgens eingewöhnen, sich orientieren lernen in den Gebäuden, sich untereinander kennen lernen – mit einem Wort: sich heimisch fühlen können.
Die Organisation der ersten Schultage ga-rantiert es auch, dass der Klassenlehrer als Ansprechpartner für seine Klasse jederzeit zur Verfügung steht.
Die beiden ersten Jahre im Gymnasium legen die Fundamente für soziale und fachliche Kompetenz der Schüler und Schülerinnen.

Ergänzungen zum Unterricht

 

Methodenlernen

Der für die fachliche Ausbildung notwendigen Methodenbeherrschung dienen pädagogische Tage, in denen Fertigkeiten vorgestellt und eingeübt werden, die die Selbstständigkeit beim Erarbeiten von Lerninhalten fördern. Die Klassen 5 konzen-trieren sich dabei besonders auf Methoden der Textbearbeitung und des systematischen und zeitgesteuerten Lernens (Hausaufgaben, Vorbereitung von Klassenarbeiten). In den Klassen 6 steht eine Grundbildung in den sog. Neuen Medien auf dem Programm: Es beginnt der medienpädagogische Lehrgang, der sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Fachunterricht bis zur Klasse 10 erstreckt.

 

10-Finger-Schreibkurs

Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 nehmen an einem Lehrgang zum Erlernen des 10-Finger-Schreibens teil; damit soll sicher gestellt werden, dass die weitere Nutzung des Computer systematisch und reibungslos erfolgen kann.

 

Schullandheim

Der Erweiterung sozialer Kompetenz dient der Schullandheimaufenthalt in der Klasse 6. Seit 1987 fahren die Parallelklassen für neun Tage nach Bosau im Kreis Ostholstein am Plöner See in die dortige Jugendfreizeitstätte.
Die pädagogischen Ziele liegen in erster Linie im Bereich des sozialen Lernens und der sozialen Integration. Der Unterricht ist für die Zeit des Aufenthalts projektartig angelegt. In Form eines fächerverbindenden und fächerübergreifenden Unterrichts wird der „Kultur- und Naturraum Ostholstein“ untersucht. Ganz praktisch erhalten die Schülerinnen und Schüler während zweier ganztägiger Ausflugsfahrten Einblicke in die Kultur- und Naturlandschaft des Zielgebietes: Holsteinische Schweiz, Ostsee, Küstenformen, Bäder, Häfen... Neben diesen Schwerpunkten bietet der Rahmen Zeit für persönliche Freiräume, kreative Elemente und viele sportliche Aktivitäten.