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Wochenkalender
14.05.2012
Abschluss Erstkorrektur Abiturarbeiten
17.05.2012
unterrichtsfrei (Christi Himmelfahrt)
18.05.2012
unterrichtsfrei (beweglicher Ferientag)
Problemloses Praktikum
Die Zeit des Betriebspraktikums für die Jgst. 10 haben die Schülerinnen Cora Kugelmeier und Julia Zenz erfolgreich gestaltet. Einen Bericht über ihr Praktikum bei Medienberatung, -design, -operating und -technik bei FREY Print + Media GmbH in Attendorn und das greifbare Ergebnis kann nachgelesen werden in den Attendorner Geschichten:
Im Landtag NRW (Anna Carla Kugelmeier, 2010)
Politik im Praktikum?!
Als es um die Suche nach einem Praktikumsplatz ging, war für mich sehr schnell klar: Ich will in den politischen Bereich. Was lag da näher als eine Bewerbung für die Landtagsverwaltung?
Nach einem halben Jahr bekam ich die Bestätigung. Einsatzbereiche: „Parlamentsdokumentarischer Dienst“ und „Presse und Öffentlichkeitsarbeit“.
Im ersten Bereich werden die Plenar- und Ausschusssitzungen mitstenografiert. Da fragen sich viele: Warum stenografieren, bei den heutigen Medien? Es geht aber nicht ohne diesen Dienst, da sonst doch manch ein Zwischenruf (das eigentlich Interessante) verloren ginge. Und fürs Protokoll wird auch manch eine sprachliche Unsauberkeit bereinigt.
So teilen sich Stenografen, Revisoren und Schreibkräfte die Arbeit an den Protokollen. Zuerst spricht der Stenograf sein Stenogramm in ein Diktiergerät. Jedes Stenogramm umfasst siebeneinhalb Minuten Debattenmitschrift (in jeder Plenar- und Ausschusssitzung wechseln sich also mehrere Stenografen ab). Das Diktat wird dann von einer Schreibkraft getippt. Anschließend liest der Stenograf Korrektur und leitet seinen Text an den Revisor weiter. Dieser hört nochmals den Audiomitschnitt der Plenar- bzw. Ausschusssitzung ab und achtet besonders darauf, dass die Übergänge zwischen den verschiedenen Abschnitten der unterschiedlichen Stenografen sauber sind.
In dem Gesagten wird deutlich: Ein Praktikum im „Parlamentsdokumentarischen Dienst“ besteht eher aus Hospitationen als aus aktivem Selber-Tun. Bei vielem kann man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kaum helfen. Trotzdem bemühen sich alle, dass auch der Praktikant „arbeiten“ kann. So durfte ich bei der Revision der Protokolle helfen, vom Vorsitzenden genehmigte Ausschussprotokolle fertigstellen und Antworten der Landesregierung auf Kleine Anfragen der Abgeordneten abtippen, damit diese dem Plenarprotokoll beigefügt werden konnten.
In der zweiten Woche war ich dann in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Hier wurde ich sofort eingebunden, da ich das Referatssekretariat besetzen sollte. Das heißt konkret, dass ich Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, aber auch Bestellungen von Publikationen des Landtags und Anschriftenkorrekturen für die Zusendung der Landtagszeitschrift „Landtag Intern“ entgegengenommen habe.
In den folgenden Tagen habe ich zwei Plenarberichte für „Landtag Intern“ verfasst. Eine besondere Herausforderung, da jeder Redner ungefähr die gleiche Zeilenlänge bekommen soll und man zudem absolut neutral zu schreiben hat. Wertungen dürfen nicht erfolgen! Gerader Letzteres kann einen schon mal echt „wahnsinnig“ machen, da man bei jeder Formulierung abwägen muss, ob sie wertend ist oder nicht.
Einen Vormittag lang durfte ich die Arbeit des Besucherdienstes beobachten – zum einen das Programm für eine Grundschulklasse, zum anderen die Führung einer Seniorengruppe. Während die Schulklasse im Plenarsaal nach einer kurzen Einführung eine Debatte simulierte, hörte sich die Seniorengruppe einen Vortrag an. Hierbei konnte ich feststellen, dass der Besucherdienst sehr gut auf die jeweilige Zielgruppe eingeht. So wurden z. B. die Grundschüler nicht überfordert. Auch stellten die Referenten in beiden Fällen Bezüge zur Lebenserfahrung der Zuhörerschaft her.
Ansonsten durfte ich noch im Bereich „Jugend und Parlament“ die Vorbereitung einer Erstwählerveranstaltung im Vorfeld der Landtagswahlen 2010 unterstützen und einige Anregungen für die „Frage des Monats“ geben, die im Jugendportal des Landtags-Internetauftritts gestellt wird.
Wem kann ich denn nun ein solches Praktikum empfehlen? Wer sich beim Landtag bewirbt, sollte natürlich politisch interessiert sein. Man muss nicht alles wissen, aber ein paar Basics draufzuhaben kann einem nur nutzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sehr aufgeschlossen und freuen sich, wenn junge Leute kommen und ihre Arbeit kennen lernen wollen. Aber auch der politischen Diskussion sind einige nicht abgeneigt – und man darf jederzeit (fast) alles fragen.
Anzumerken ist, dass man von Attendorn aus schlecht nach Düsseldorf pendeln kann. So muss man sich um eine Unterkunft bemühen. Ich selbst bin in der Jugendherberge untergekommen, die – strategisch günstig – dem Landesparlament genau gegenüberliegt. Sein Mittagessen kann man im Landtagsrestaurant bekommen. Der Landtag gibt freundlicherweise einen Hausausweis an jeden Praktikanten aus, sodass die Mahlzeiten im Restaurant dann etwas preisgünstiger abgerechnet werden.


